Viel, leicht

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Ich hielt dich nicht für zu schwer
meine Schultern waren breit, der Rücken würde wachsen
deine Kisten und Taschen nahm ich in Empfang
Augen und Hände ergriff ich ohne Zögern

als wir miteinander rangen
blind vor Schreck, mit offenem Mund,
war keiner von uns ausgebildet zum Kampf
oder wusste, was er schrie

kein Sieg, keine Niederlage
nur Wunden
die schwächten
die verweilten
die heilten

irgendwann gab es
immer ein Aufwachen in Leichtigkeit
das Fremde vergessen im Abermorgen

dann, ein Mal:
die Nacht verlängert ihren Besuch
und richtet ihr Gesicht auf uns

und wenn ich jetzt aufstehe
werden mich wieder nur meine Beine tragen
zu alten und neuen Orten
und ich merke, dass es immer noch geht

aber dein Nichtgewicht wiegt am schwersten

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